Starke Mütter in Berlin-Mitte

Ein Projekt von K*I*D*S e.V.

Statistische Datenauswertung „Stärken stärken im HHV“

Mütterbefragung im Heinrich-Heine-Viertel

Oktober bis November 2010

Auswertung: Josefine Rieger

Die Gesamtstudie stellen wir Ihnen als pdf zur Verfügung. Bitte klicken Sie auf den folgenden link, um die Statistische Datenauswertung_ 2010_Staerken staerken in pdf-Form zu öffnen


Einleitung

Die vorliegenden Ergebnisse zur Projektstudie „Starke Mütter in Mitte“ zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf beschränkte sich zeitlich auf die Monate Oktober bis November 2010 und fand im Heinrich-Heine-Viertel in Berlin-Mitte statt. Einzelne Anwohnerinnen aus dem Stadtteil Kreuzberg wurden mit einbezogen.

Erstes Ziel der Untersuchung war es „allein erziehende Mütter“ zu ihren Bedarfen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu befragen. Aufgrund des sehr schwierigen Zuganges zu der Zielgruppe und dem kurzen Bewilligungszeitraumes des Projektes, entschlossen wir uns, die Befragung auf die Zielgruppe „Mütter“ auszuweiten. In der vorliegenden Mikrostudie zur Analyse des subjektiven Bedarfes zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf wurden insgesamt 17 Mütter befragt, davon lebten zum Zeitpunkt der Befragung mehr als 55%, d.h. 10 Mütter im Heinrich-Heine-Viertel (südlich der Jannowitzbrücke bis zum Moritzplatz). Weitere sieben Mütter leben in angrenzenden Stadtteilen. Diese sieben Mütter wurden mit in die Befragung einbezogen, da sie regelmäßig Angebote im Heinrich-Heine-Viertel für sich und ihre Kinder nutzen. Nach Angaben der Befragten nutzen sie besonders Angebote des Kinderzentrum Ottokar und auch des Kreativhauses auf der Fischerinsel.

Insgesamt konnten vier Mütter erfasst werden, die alleine mit ihren Kindern leben1 und 13 Mütter in Partnerschaft (Frage 30). Drei Mütter gaben an, allein erziehend zu sein, d.h. keinen Partner an der Seite zu haben, der ihnen bei der Erziehung der Kinder hilft. Zwei Mütter beantworteten die Frage nach dem alleinigen Erziehungsanteil der Mutter mit bis zu 90%. Weitere 23,5%, d.h. 4 Mütter, kümmern sich bis zu 75% alleine um die Erziehung der Kinder. Etwa die Hälfte der Mütter (8) gab an, sich die Erziehungsarbeit mit dem Partner zu teilen (50%).

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Diagramm 1: Persönlich geschätzter Erziehungsanteil der Mutter (in %)

Demographische Merkmale der Zielgruppe

Bereits im Kontaktaufbau mit der Zielgruppe der Befragung konnten wir feststellen, dass ein Großteil der Befragten ursprünglich nicht aus Deutschland stammt. Die Analyse ergab, dass 12 der 17 befragten Mütter nicht in Deutschland geboren wurden. Die Tabelle 1 verdeutlicht noch einmal die unterschiedlichen Herkunftsländer der Frauen. Jeweils fünf der 17 Befragten sind in der Türkei und in Deutschland geboren. Sieben der Befragten wurden im arabischen Ausland geboren.

Geburts-land Anzahl In %
Deutschland 5 29,4
Türkei 5 29,4
Syrien 3 17,6
Irak 2 11,8
Jordanien 1 5,9
Libanon 1 5,9

Tabelle 1: Herkunftsland der Befragten

Im Kontrast zu der sehr unterschiedlichen Herkunft nach dem Geburtsland konnten wir in Bezug auf die Nationalität folgendes Bild ermitteln: 10 der Interviewten (über 55%) sind in Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft, drei Frauen (17,6%) in Besitz der türkischen, zwei Frauen (11,8%) in Besitz der irakischen und jeweils eine Frau in Besitz der syrischen und palästinensischen Staatsbürgerschaft (Vgl. Diagramm 2).

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Diagramm 2: Staatsangehörigkeit der Befragten in %

Ein Großteil der Befragten stammt nicht aus Berlin/Deutschland, lebt jedoch seit vielen Jahren in Berlin. Fassen wir die in Tabelle 2 (siehe unten) aufgeführten Aufenthaltsjahre in Berlin in Gruppen zusammen, stellen wir fest, dass die Mehrheit der befragten Frauen seit 11 bis 15 Jahren (sechs Frauen) in Berlin lebt, ein weiterer großer Anteil von fünf Frauen lebt seit 16 bis 20 Jahren in Berlin. Keine der Befragten wohnt seit weniger als 6 Jahren in Berlin.

Wohnort Berlin seit(in Jahren) Häufigkeit
0-5 Jahre 0
6-10 Jahre 2
11-15 Jahre 6
16-20 Jahre 5
21-25 Jahre 1
26-20 Jahre 1

Tabelle 2: Aufenthaltsdauer in Berlin

Bezüglich des Alters konnten wir eine ganze Breite an unterschiedlichen Altersgruppen abdecken (siehe Diagramm 3). Die am stärksten vertretene Altersgruppe ist die der 30-35jähigen (grau), gefolgt von den 40-45jährigen (gelb) und den 35-40jährigen Müttern. Die jüngere Generation an Müttern, d.h. im Alter von 20-30 Jahre konnte insgesamt mit (drei Befragte) 18% erfasst werden.

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Diagramm 3: Alter der Befragten in Gruppen

Ein wesentlicher Aspekt für eine erfolgreiche Vereinbarkeit von Familie und Beruf, neben dem bereits oben genannten Faktor der Erziehungsverantwortung, ergibt sich aus dem Bildungsniveau der Betroffenen. Annahme ist, je höher der Bildungsstand, desto höher die berufliche Integration.

Am häufigsten gaben die befragten Mütter an, einen Hauptschulabschluss oder einen Abschluss auf ähnlichem Niveau erlangt zu haben. Jeweils vier der 17 Befragten gaben an, keinen schulischen Abschluss oder das Abitur erlangt zu haben. Eine der Mütter gab an, im Besitz eines Mittleren Schulabschlusses zu sein (siehe Diagramm 4).

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Diagramm 4: Bildungsabschlüsse der Befragten (in %)

Eine abgeschlossene Berufsausbildung haben insgesamt fünf der 17 befragten Mütter, was einem prozentualen Anteil an der gesamten befragten Gruppe von etwa 29% entspricht. Ein dementsprechend großer Teil der Mütter verfügt also weder über eine berufliche Qualifikation noch über einen ausreichenden Schulabschluss, der es ihnen ermöglicht, in den Arbeitsmarkt einzusteigen.

Die Mütter, die eine berufliche Ausbildung durchlaufen haben, schlossen diese in den Bereichen Arzthelferin, Ganzheitskosmetikerin, Büglerin und Verkäuferin ab. Keine der Befragten arbeitet derzeit in ihrem erlernten Beruf. Zwei von diesen Frauen standen zum Zeitpunkt der Befragung in einem Arbeitsverhältnis. Eine als Kiezmutter2 und eine als Küchenhilfe (im Träger Ottokar im Heinrich-Heine-Viertel).

Die Analyse der aufgenommenen Daten konnte keinen Zusammenhang zwischen abgeschlossener Schulausbildung, abgeschlossener Berufsausbildung und gegenwärtigem Arbeitsverhältnis (soll heißen: geht arbeiten: ja/nein) feststellen. Dies kann u.a. damit zusammenhängen, dass ein Teil der Frauen ihre berufliche Ausbildung im Ausland abgeschlossen hat, wie z.B. im Fall der Büglerin.

Alle vier Frauen, die mit Abitur ihre schulische Laufbahn beendet haben, haben keine berufliche Ausbildung abgeschlossen. Eine von ihnen arbeitet derzeit als Kinderbetreuerin.

Ihren Lebensunterhalt beziehen 96% der Befragten nicht aus einer eigenen Erwerbs- und/oder Berufstätigkeit. Ein Großteil der Befragten, 35,5% (d.h. 6 Frauen), bezieht Leistungen nach dem SBG 2 (Arbeitslosengeld 2, Hartz IV). Davon sind vier der Frauen allein erziehende Mütter. Zwei der allein erziehenden Mütter sind in der Arbeitsagentur als „arbeitslos“ und eine Mutter als „arbeitsuchend“ gemeldet. Alle vier allein erziehenden Mütter gaben an (Frage 5 des Fragebogens), dass sie gerne arbeiten gehen würden.

Weitere fünf Frauen (~29%) in Partnerschaft beziehen keine staatliche Unterstützungsleistungen, da die Familie entweder vom Gehalt des Partners leben kann (insgesamt vier befragte Mütter), oder auch die Frau (in der vorliegenden Studie eine befragte Mutter) einer beruflichen Tätigkeit nachgeht. Keine der o.g. vier Frauen ist in einer Arbeitsagentur als „arbeitslos“ oder „arbeitsuchend“ gemeldet. Lediglich zwei Mütter (~12%) gaben an, neben dem Gehalt des Partners auch Leistungen nach SGB 2 zu erhalten. Jeweils eine befragte Mutter bezieht ihren Lebensunterhalt entweder aus 1. einer eigenen Erwerbstätigkeit (3), 2. Arbeitslosengeld 1 und 3. der Entgeltvariante (4).

Insgesamt gaben sieben befragte Mütter an, offiziell als „arbeitslos“ und vier als „arbeitsuchend“ gemeldet zu sein. Ein Großteil der Frauen die sich als „arbeitslos“ und nicht als „arbeitsuchend“ gemeldet haben, sind Frauen in Partnerschaft.

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Diagramm 5: Status der Befragten in der Arbeitsagentur (in absoluten Zahlen)

Interesse an Ausübung einer Erwerbstätigkeit der Zielgruppe

Zum Zeitpunkt der Befragung standen von den 17 befragten Müttern sechs in einem Arbeitsverhältnis. Die Spannbreite der einzelnen beruflichen Tätigkeiten reichte von einer Kiezmutter, zwei Küchenhilfen, einer Bügelhilfe bis zu einer Befragten, die einer Eingliederungsmaßnahme nachgeht und einer weiteren Befragten, die in der Kinderbetreuung arbeitet. Jeweils drei der befragten Frauen arbeiteten in ihrer Tätigkeit Teilzeit (bis 30h/Woche)

Bevor wir uns den Schwierigkeiten und den Bedarfen für eine erfolgreiche Vereinbarkeit von Familie und Beruf zuwenden, sei erst einmal aufgeführt, dass insgesamt 15 der 17 befragten Frauen/Mütter gerne arbeiten gehen würden (Frage 5 des Fragebogens). Lediglich zwei der befragten Mütter gaben an, nicht arbeiten gehen zu wollen. Diese Aussage muss jedoch wieder relativiert werden, weil in der darauf folgenden Frage 6 nach der Stundenanzahl, die die Befragten pro Tag gerne arbeiten würden, eine der Befragten, die vorher angab keiner Arbeit nachgehen wollen, sagte, sie würde gern gerne Teilzeit (3-5h/Tag) arbeiten .

Auf die Frage, in welchem Bereich die Frauen gerne arbeiten würden, gaben insgesamt drei Frauen (17,6%) an, gerne eine Bürotätigkeit ausführen zu wollen, jeweils zwei (11,8%) im Bereich Küche/Gastronomie und Betreuung von Kindern. Weitere aufgeführte berufliche Tätigkeiten lassen sich in die Bereiche Verkauf, Bank, Friseurin und dem erlernten Beruf zusammenfassen.

Unterstützungsbedarf bei der Arbeitssuche

Alle Befragten gaben an, auf die eine oder andere Art, Unterstützung bei der Arbeitssuche zu benötigen. Von den vorgegebenen Kategorien der dazu gehörigen Frage wurden am häufigsten „Unterstützung bei der Erlangung von mehr Deutschkenntnissen“ (53%) und „Familiäre Unterstützung“ (41%) genannt. Die erste Variable „Unterstützung bei der Erlangung von mehr Deutschkenntnissen“ korreliert dabei stark (Korrelationskoeffizient 0,782) mit den Angaben der einzelnen Befragten zu der bisherigen Aufenthaltsdauer in Berlin/Deutschland. Soll heißen, je kürzer die Aufenthaltsdauer, desto höher der angegebene Bedarf mehr Deutschkenntnisse zu erlangen. Auch die variable Anzahl der Kinder korreliert bei einem Wert von 1,0 maximal mit den Angaben der Frauen, familiäre Unterstützung zu benötigen, um eine Arbeit zu finden.

Jeweils 1/3 der befragten Mütter gab an, „Hilfe bei dem Aufsetzen von Bewerbungsschreiben“ und „einen guten Jobberater“ zu benötigen. Etwas weniger als 1/3 der Mütter bestätigte mit der Kategorie 5, Unterstützung bei der Erlangung einer beruflichen Ausbildung zu benötigen. Des Weiteren wurden von drei Müttern angegeben, generell motiviert werden zu müssen, um sich auf die Suche nach einer Arbeit zu machen. Jeweils zwei der Befragten äußerten, vorerst Unterstützung bei der Erlangung eines Schulabschlusses und Begleitung bei der Suche nach Arbeit zu brauchen.

Auch Frage 12 des Fragebogens bezog sich auf die Ermittlung des Unterstützungsbedarfes von Müttern zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Frage zielte in erster Linie darauf ab, die persönliche Motivation der Befragten zu ermitteln. Besondern häufig wurden dabei die folgenden Kategorien angegeben:

  1. Mich um mehr Qualifizierung kümmern“ (70,6%)
  2. Mein Deutsch verbessern“ (53%). 12 Frauen, die nicht in Deutschland geboren wurden, bestätigten insgesamt neun diese Kategorie.

Weitere jeweils vier Frauen (~24%) würden sich persönlich in der Lage sehen, sich an eine „Beratungsstelle (z.B. Jobcenter, Jobberatung)“ auf der Suche nach Arbeit zu wenden, ihre „Kinder länger betreuen lassen“ und/oder versuchen einen „Abschluss (schulisch/beruflich) nachzuholen“.

Ingesamt drei Mütter gaben an, sich vorstellen zu können, in einen anderen Berliner Bezirk oder eine andere Stadt zu ziehen. Verwandte und Freunde würden nur sehr wenige Mütter fragen, um eine Arbeitsstelle zu finden.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Familiensituation der befragten Mütter

Insgesamt wurden 50 Kinder auf die 17 befragten Mütter ermittelt. Wie das Diagramm 6 unten graphisch verdeutlicht, hat ein Großteil von jeweils fünf der 17 Mütter zwei oder drei Kinder (die jeweils auch mit ihnen zu Hause leben.) (5). Weitere vier Frauen sind Mütter von vier Kindern. Lediglich eine Mutter hat ein Kind. Auch die in dieser Studie hoch ausfallende Anzahl von fünf bis sechs Kindern beschränkt sich auf jeweils einen Fall.

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Diagramm 6: Anzahl der Kinder (in absoluten Zahlen)

Die allein stehenden Mütter dieser Befragung haben zwischen ein, zwei, fünf oder sechs Kindern. Insofern lässt sich für diese vorliegende Studie festhalten, dass gerade Mütter, die in der Erziehung auf sich allein gestellt sind, die meisten Kinder haben.

Die Alterskohorte der Kinder reichen vom Jahrgang 1991 bis zum Jahrgang 2008. Die sechsfache Mutter gebar ihr erstes Kind im Jahr 1991 und ihr sechstes Kind im Jahr 2008. Die fünffache Mutter gebar das erste Kind 1992 und das letzte Kind 2008. Die Kinder der meisten Mütter befinden sich im Grundschul- und/oder Oberschulalter, d.h. in einem Alter von sechs bis 18 Jahren. Dies bezieht oft in einem hohe Maße das Bringen und das Abholen zur und von der Schule ein (solange sie nicht in unmittelbarer Entfernung liegen und die Kinder schon alleine in die Schule gehen können). Hinzu kommen Besuche von Elternabenden, Hausaufgaben, Arztbesuche und Verpflegung der Kinder nach Besuch der Bildungseinrichtung etc..

Betreuungssituation der Kinder der befragten Mütter

Ein Großteil der 50 Kinder wird außerhalb des Elternhauses betreut, soweit dies vom Alter der Kinder her möglich ist. Die kleinsten Kinder (unter 3 Jahre) werden i.d.R. von allen befragten Müttern zu Hause betreut. Wir konnten insgesamt eine Zahl von neun Kindern ermitteln, die sozusagen die mütterliche Betreuung genießen dürfen. Eine recht hohe Zahl von 32 Kindern wird nach der Schule im Hort betreut. Jeweils 50% der 32 Kinder werden dabei bis 14 oder 16 Uhr betreut. In der KiTa werden insgesamt sieben Kinder betreut. Auch hier variiert die Anzahl der Betreuungsstunden von jeweils 4-5h, 5-7h und 7-9h. Keines der Kinder wird in einem Rahmen von über 9h in der KiTa betreut. Tagesmütter werden von den befragten Müttern nicht für die Betreuung ihrer Kinder genutzt.

Inwiefern sind die Kinder der Mütter in unterschiedlichen Einrichtungen untergebracht ? Diese Frage ist von Wichtigkeit, da sie einen Einblick in den Begleitungsaufwand der Mütter erlaubt. KiTa und Schule unterscheiden sich häufig in ihren Öffnungszeiten. Es kann dementsprechend sein, dass eine Mutter morgens erst die kleinsten Kinder in die KiTa und dann die größeren Kinder in die Schule bringen muss. Am Nachmittag muss sie je nach Anzahl der Betreuungsstunden erst die Kinder (auch hier kann sich die Anzahl der Betreuungsstunden von Kind zu Kind unterscheiden) aus der KiTa abholen, um dann in einem nächsten Schritt die Kinder aus der Hortbetreuung abzuholen. Insgesamt 12 Mütter gaben an, ihre Kinder in unterschiedlichen KiTas untergebracht zu haben. Fünf Mütter konnten ihre Kinder in ein und derselben KiTa unterbringen. Im schulischen Bereich wurde von neun Müttern angegeben, unterschiedliche Einrichtungen gefunden zu haben. Acht Mütter sagten, dieselbe Schule für ihre Kinder gefunden zu haben.

Bezüglich der Zufriedenheit mit der Betreuung ihrer Kinder wurden diverse unterschiedliche Aussagen vorgegeben, die die Mütter auf einer Skala von „Stimme voll zu“ bis „Stimme gar nicht zu“ bestätigen oder ablehnen konnten. Es ergaben sich folgende Bilder:

Mit den Betreuerinnen der Kinder sind fast 65% der Mütter zufrieden, knapp unter ¼ der Befragten sind mit den Betreuerinnen ihrer Kinder nicht zufrieden. Warum und wo hier Schwierigkeiten liegen, konnte mit dieser Befragung nicht erfasst werden, wäre aber ein durchaus interessanter Punkt für weitere Studien zur Betreuungszufriedenheit und Qualitätssicherung von Betreuungseinrichtungen im Heinrich-Heine-Viertel. Ein Großteil von über 70% gibt an, dass sich die eigenen Kinder in ihren Einrichtungen sehr wohl fühlen. Lediglich knappe 18% gaben an, dieser Aussage nicht zustimmen zu können.

Ein wichtiger Punkt der Zufriedenheit ist der der Kommunikation zwischen Eltern und Betreuerin. Diesbezüglich gab ein relativ hoher Anteil von 35% der Mütter an, nicht gut über die Entwicklung ihrer Kinder mit den Erzieherinnen sprechen zu können. Inwieweit es sich hierbei um sprachliche, persönliche oder auch andere Gründe handelt, konnte nicht erfasst werden. Jedoch verdeutlicht der Prozentsatz von knapp 60%, dass es die Mehrheit der befragten Mütter gut schafft, sich über die Entwicklung ihres/r Kinder auszutauschen.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt innerhalb der Kinderbetreuung bezieht sich auf die Flexibilität der Einrichtung bei der Abholung der Kinder. Soll heißen, ist es Eltern generell möglich, in Notsituationen das Kind auch später abzuholen. Diese Frage beantwortete in der Expertenbefragung von 2009 ein hoher Anteil mit „sehr schwierig“. Bestätigt werden konnte dieses Bild von 49% der befragten Mütter. Etwas unter 36% gaben an, keine Probleme zu haben, wenn sie ihr Kind mal etwas später abholen müssten und somit aus dem eigentlich bewilligten Betreuungsrahmen treten. Auf die Aussage hin, ob sich die Mütter vorstellen könnten, ihre Kinder auch noch länger als aktuell betreuen zu lassen antworteten etwa 29% mit Nein und 29% mit Ja. Diese Aussage ist sehr differenziert zu betrachten, da die Antwort sicherlich stark von dem aktuell bewilligten Betreuungsrahmen nach Stunden abhängt.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass ein Großteil der befragten Mütter mit der KiTa und/oder Schule ihrer Kinder sehr zufrieden ist und das Angebot für ihre Kinder schätzt.

Die Entfernung der jeweiligen KiTa und Schule reicht in einer zeitlichen Angabe (nach Minuten) von jeweils 0-5Min, 5-15Min, 15-20Min. und über 20Min.. Jeweils sechs Mütter gaben an, einen nahen Weg von 5-15Min. zurücklegen zu müssen, um die KiTa ihrer Kinder zu erreichen. Zwei Mütter müssen einen längeren Weg von 15-20Min. auf sich nehmen. Auch im schulischen Bereich wurden die höchsten Angaben bei einem Weg von 5-15Min. gemacht. Auffällig hierbei ist noch einmal, dass ein relativ hoher Anteil von vier Müttern angab einen „sehr weiten“ Weg von mehr als 20Min. zurücklegen zu müssen, um ihre Kinder in die Schule zu bringen oder diese abzuholen.

Weitere Betreuungsangebote für ihre Kinder nutzen im Heinrich-Heine-Viertel etwa 41% der Mütter. Das am häufigsten genutzte Betreuungsangebot stellen dabei die Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen vor Ort (genutzt von ~24%) dar. Am häufigsten wurde hier das Kinderzentrum Ottokar genannt. Neben dieser Art zusätzlicher Betreuung wurden vereinzelt auch „Verwandte“ (6%) und der „Großmutterdienst“ (6%) genannt (siehe hierzu Diagramm 7).

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Diagramm 7: Nutzung zusätzlicher Betreuungsangebote außerhalb KiTa und Schule (in %)

Auf die Frage hin, welche Art der Betreuung sich die Mütter persönlich für ihre Kinder vorstellen könnten, antworteten mehr als 35%, ihre Kinder auch Privatpersonen, denen sie vertrauen, für Betreuungszwecke zu überlassen. Weitere 24% gaben an, sich vorstellen zu können ein privates Unterstützungsnetzwerk mit einer flexiblen Kinderbetreuung mit aufzubauen. Insgesamt 29% können sich persönlich keine weitere Art der Kinderbetreuung, neben KiTa, Schule und Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung, vorstellen (siehe hierzu folgendes Diagramm 8).

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Diagramm 8: Alternativ vorstellbare Betreuungsmöglichkeiten für Kinder (in %)

4.3 Aspekte der möglichen Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Bezüglich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf haben wir drei unterschiedliche Fragen gestellt. Zum einen haben wir die Mütter nach ihrer persönlichen Einschätzung der Schwierigkeit, Familie und Beruf zu vereinbaren, gefragt. Auf einer Skala von „sehr einfach – einfach- geht so – schwierig – sehr schwierig“ wurde von mehr als der Hälfte (52,9%) der Befragten die Kategorie „schwierig“ angegeben. Weitere 29,4% gaben sogar an, es als sehr schwierig zu betrachten. Ein Anteil von 17,6% legte sich auf die mittlere Kategorie „geht so“ fest. Keine der Befragten sieht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als eine „sehr einfache“ bis „einfache“ zu gestaltende Angelegenheit an. Zusammengefasst wird deutlich, dass 82,3% der befragten Mütter angibt, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als „schwierig“ bis „sehr schwierig“ einzuschätzen.

Warum schätzt nun aber ein Großteil der Befragten die Vereinbarkeit schwierig bis sehr schwierig ein? Aufschluss darüber sollte die nächste Frage geben. Hier fragten wir im Konkreteren nach den einzelnen Schwierigkeiten, auf die die Mütter bei ihrer Suche auf Arbeit, stoßen.

Am häufigsten, d.h. von jeweils acht Befragten (47%), wurden die Kategorien „Versorgung des Kindes im Krankheitsfall der Mutter“ und „Dass ich Mutter bin“ angekreuzt. Wir gehen hier davon, ohne uns auf weitere statistische Messwerte beziehen zu können, wofür eine größere Studie und Befragung von weitaus mehr Müttern notwendig wäre, dass sich Mütter oft einem persönlich gefühlten Druck ausgesetzt fühlen. Frauen haben es leichter im Berufsleben, als Frauen mit Kindern, d.h. Mütter. Es handelt sich hier zumindest um eine persönlich wahrgenommene Schwierigkeit. Eine weitere sehr ernst zunehmende „Beklemmung“ kommt der vertrauenswürdigen Betreuung der eigenen Kinder zu, wenn die Mutter mal persönlich nicht in der Lage ist, diese zu versorgen.

Eine weitere häufig genannte Kategorie ist folgende: „Arbeitszeiten stimmen nicht mit Betreuungszeiten überein“ (35,3%). Diese Kategorie wurde uns neben der Sorge um die „Versorgung im Krankheitsfall“ bereits von einer Vielzahl von Experten genannt, welche wir im Rahmen der Studie im Jahre 2009 befragt haben. Von jeweils etwas mehr als ¼ der Befragten wurde angegeben, dass „generell Vorurteile gegenüber der Vereinbarkeit von Familie und Beruf existieren“, was sich als eine Schwierigkeit bei der Arbeitssuche gestaltet. Auch wenn „Kind A kürzere Betreuungszeiten als Kind B“ hat und das es „sehr wenig freie Arbeitsstellen gibt“ wird vermehrt als wahrgenommene Schwierigkeit geäußert. Drei Mütter gaben an, dass sie denken, ihr Status einer allein erziehenden Mutter bringe Schwierigkeiten mit sich, wenn sie Familie und Beruf vereinbaren möchte.

Ein weiterer Aspekt, der an dieser Stelle genannt werden soll, ist der der Kopfbedeckung. Ein Großteil unserer Befragten ist muslimisch und trägt ein Kopftuch. Zwei Mütter äußerten, dass sie denken, gerade wegen ihres Kopftuches eher Schwierigkeiten bei der Jobfindung zu haben. Eine dieser Mütter hat in Deutschland ihre Ausbildung zur Kosmetikerin erfolgreich abgeschlossen, konnte jedoch bisher in diesem Beruf nicht arbeiten.

Interessanterweise wurde die Kategorie „die Kitaplätze sind größtenteils bereits im Spätsommer vergeben“, welche von einem relativ hohem Anteil der befragten Experten genannt wurde, von den befragten Müttern nur zweimal angegeben.

Was benötigen Mütter um Familie und Beruf vereinbaren zu können?

Am häufigsten wurde hier die Kategorie „eine familienfreundliche Arbeitsstelle“ angegeben (64,7%, 11 Befragte). Familienfreundlich kann in diesem Zusammenhang bedeuten, dass es einer Mutter z.B. möglich ist, später zur Arbeit zu kommen oder eher von der Arbeitsstätte zu gehen, weil das Kind krank geworden ist. Familienfreundliches Unternehmen könnte auch heißen, Betreuungsangebot für die Kinder der Angestellten am Arbeitsplatz oder in Arbeitsplatznähe. Darüber was familienfreundlich letztendlich für jede einzelne Befragte bedeutet, gehen die Meinungen stark auseinander und könnte als ein Ausgangspunkt für eine weitere Studie genommen werden. Des Weiteren wies ein Großteil der Mütter darauf hin, erstens „einen Job (zu wollen), der nicht jeden Tag acht bis neun Stunden geht“, zweitens „einen Arbeitsplatz (zu wollen), der sie und die Kinder finanziell absichert“ und drittens eine Arbeit zu finden, die in Wohnortnähe liegt. Alle drei Merkmale für das erfolgreiche Vereinbaren von Familie und Beruf wurden von etwa 59% der Befragten genannt. Auch die Kategorie „flexible Arbeitszeiten“ wurden von sieben Befragten (~41%) angegeben. Zu einem weit geringeren Anteil, zwischen ~18% bis 24%) wurden die Kategorien: „flexible Kinderbetreuung“, „zuverlässige Kinderbetreuung“, „von zu Hause aus arbeiten“ und „an meine Situation angepasste Bildungs- und Qualifizierungsangebote“ angekreuzt.

Schlussbemerkung

Die Situation und das Interesse an der Ausübung einer beruflichen Tätigkeit unterscheiden sich bei beiden Gruppen „Alleinerziehende Mütter“ und „Müttern in Partnerschaft“, nicht signifikant voneinander. Da die vorliegenden Ergebnisse auf einer Mikrostudie basieren, können wir keine statistisch bedeutenden Aussagen treffen. Allerdings haben uns die Befragung sowie das dafür notwendige Ein -und Aufgehen mit der Zielgruppe gezeigt, dass das Interesse an der Ausübung einer beruflichen Tätigkeit stark ausgeprägt ist. Ein Großteil der befragten Mütter stand noch nie in einem festen Arbeitsverhältnis, dies trifft vor allen auf die Gruppe derjenigen Mütter zu, die einen hohen Schulabschluss (Abitur) erlangt haben. Diese relativ jungen Mütter, im Alter zwischen 20 und 35 Jahren, haben direkt an den Abschluss der Schule geheiratet und Kinder bekommen. In einem festen Arbeitsverhältnis standen sie nie.

Die vorliegenden Ergebnisse lassen erkennen das Mütter, egal welchen Alters und ob mit oder ohne Partner, angeben, Unterstützung bei der Arbeitssuche zu benötigen. Sehr konkrete Angaben, was ihnen helfen könnte, wurden in Kapitel 4 gemacht.

Aufbauend auf den Ergebnissen der Studie haben wir ein Projekt entwickelt, dass sich den Bedarfen der Mütter annimmt und sie dort „abholt“, wo sie es benötigen. Bei der Entwicklung des neuen Projektes wurde darauf geachtet, den Spracherwerb im Besonderen der Mütter mit Migrationshintergrund sowie das Ausbilden von sozialen, beruflichen und kulturellen Kompetenzen zu fördern. Neben dem Einbezug der Bürger der Mehrheitsgesellschaft aus dem Heinrich-Heine-Viertel, haben wir uns darauf konzentriert, auch Experten aus verschiedenen Fachbereichen, wie z.B. Gesundheit, Bildung, Integration, Politik etc. mit einzubeziehen.

Wir möchten uns an dieser Stelle recht herzlich und aufrichtig bei den teilnehmenden Müttern bedanken. Ihr Vertrauen und ihr Interesse an dieser Studie hat diese erst möglich gemacht. Auch möchten wir den kooperierenden Projekten des Kinderclubs Ottokar und des KREATIVHAUSES danken. Wir haben sehr viel gelernt und hoffen in Zukunft diese Wissen praktisch umsetzen zu können.

Diagramm und Tabellenverzeichnis:

Diagramm 1: Persönlich geschätzter Erziehungsanteil der Mutter (in %)

Diagramm 2: Staatsangehörigkeit der Befragten (in %)

Diagramm 3: Alter der Befragten (in Altersgruppen zusammengefasst)

Diagramm 4: Bildungsabschlüsse der Befragten (in %)

Diagramm 5: Status der Befragten in der Arbeitsagentur (in absoluten Zahlen)

Diagramm 6: Anzahl der Kinder (in absoluten Zahlen)

Diagramm 7: Nutzung zusätzlicher Betreuungsangebote außerhalb KiTa und Schule (in %)

Diagramm 8: Alternativ vorstellbare Betreuungsmöglichkeiten für Kinder (in %)

Tabelle 1: Herkunftsland der Befragten

Tabelle 2: Aufenthaltsdauer in Berlin (in Jahren)

Quellenverzeichnis:

http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerung/GeburtenSterbefaelle/Tabellen/Content50/GeburtenZiffer,templateId=renderPrint.psml, 10.12.2010)

1

Def.: „alleine leben“ meint in diesem Zusammenhang, dass diese Mütter zwar alleine in einer Wohnung mit ihren Kind(ern) leben, aber dennoch die Möglichkeit besteht, dass sie einen Partner haben. Dementsprechend nicht unbedingt allein erziehend sind.

2

Bei den Kiezmüttern handelt es sich um ein STÄRKEN vor Ort Projekt des Kinderzentrum Ottokars. Das Projekt zielt darauf ab, zu Müttern mit Migrationshintergrund Kontakt und Vertrauen aufzubauen, um ihnen bei der Erziehung und der Lösung von Problemen zu helfen. (siehe dazu: https://staerken.wordpress.com/2010/03/14/kiezmutter-bei-%E2%80%9Eottokar%E2%80%9C-e-v-ab-15-marz/ oder http://www.kinderverein-ottokar.de/kiezmuetter.htm)

3

Bei dieser Befragten handelt es sich um eine junge Mutter in Partnerschaft, die eine befristete Honoraranstellung gefunden hat. Der Partner trägt mit seinem Gehalt wesentlich zu der finanziellen Lebensgrundlage der Familie bei.

4

Zitat: „In den „Arbeitsgelegenheiten mit Entgeltvariante“ (nach §16 Abs. 3 Satz 1 SGB II) werden erwerbsfähige Hilfebedürftige in zusätzliche (Einstellung zusätzlich zum vorhandenen Personal), mit Lohnkostenzuschuss geförderte, sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse integriert. Voraussetzung ist, dass der Arbeitnehmer in den letzten 5 Jahren nicht im Unternehmen beschäftigt war (auch keine Nebentätigkeit).“ Quelle: (http://www.ibisprima.de/ueber-ibis-prima/angebote-fuer-oeffentliche-auftraggeber/entgeltvariante.html)

5

Die durchschnittliche Kinderzahl je Frau lag 2009 in Deutschland bei 1,358 (vgl. http://www.destatis.de)

Wenn S zu Z wird – KIDZ e.V. der neue, alt bekannte Jugendträger

Es ist fast nicht zu hören. Doch ab sofort heißt es KIDZ e.V. mit einem pfiffigen coolen Z. Dahinter steht weiter ein alt bewährter, vielen bekannter Jugendhilfeträger, der sich aber seit 1. November neu aufstellt.

KIDZ e.V. bleibt der Träger des Projektes „Starke Mütter in Mitte“. Und deshalb liegt nichts näher als dem Geschäftsführer Michael Fleich ein paar Fragen zu stellen.

Herr Fleich, sie haben KIDS 1993 mit gegründet. Wie kommt es zu dem jetzigen Buchstabentausch?

An unseren Standorten in Mitte und Tempelhof haben wir schon immer eng mit den Jugendämtern zusammen gearbeitet. Aufgrund der unterschiedlichen Entwicklungen bei den Ämtern und in den jeweiligen Kiezen hat sich auch unsere Arbeit vor Ort an den zwei Standorten immer mehr unterschieden. Deshalb haben wir uns nun auch formal getrennt.

KIDS war in den 90er eine Innovation im sozialen Bereich. Was haben Sie damals anders gemacht als zuvor.

Ich selbst arbeite seit dem Anfang der 80er Jahre in der familienaufsuchenden Sozialarbeit. KIDS war dann einer der ersten Träger für ambulante Hilfen in Berlin. Davor hatten alle nur Honorarjobs. Wir bedauerten, dass viel Wissen verloren ging, weil oft die Kontinuität fehlte. Wir wollten die Arbeit professionalisieren. Beratung sollte in dafür geschaffenen Räumen stattfinden und nicht nur bei den Familien zu Hause. Außerdem ermöglichte diese Struktur einen besseren Austausch unter KollegInnen.

Wie setzt sich das neue Team bei KIDZ heute zusammen?

Im Team sind jetzt 12 Fachkräfte im Alter zwischen 28 und 50 Jahren. Uns ist es wichtig, dass sich jeder, der in unsere Räume kommt, willkommen fühlt. Die Familien sollen sich nicht als Hilfeempfänger empfinden, sondern spüren, dass sie ernst genommen und geschätzt werden als Menschen, die momentan eine schwierige Situation durchleben. Wir helfen ihnen, wieder an ihre Ressourcen anzudocken. Wir verstehen unseren Beitrag als Hilfe zur Selbsthilfe, so dass die Hilfesuchenden ihr Leben wieder selbst meistern können. Da ergibt es sich von selbst, dass wir auch zu ehemalig von uns Betreuten den Kontakt pflegen und uns dafür interessieren, was aus ihnen wird.

Bleibt ansonsten alles beim Alten?

Es ist schon ein Neuanfang. Bei KIDZ e.V. haben wir jetzt schlankere Strukturen und können deshalb Dinge vor Ort sehr viel schneller umsetzen. Ein kleiner Träger kann schneller auf Notwendigkeiten und Bedarfe reagieren.

Wo setzt KIDZ e.V. Schwerpunkte?

Wir beraten und begleiten Familien in schwierigen Situationen. Wir sind in der Familien- und Betreuungshilfe tätig, bieten den Begleiteten Umgang an und leiten sozialräumlich organisierte Projekte. Ein weiteres Anliegen ist es, straffällig gewordenen Jugendlichen eine zukünftige Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen und ihnen zu helfen, den Zugang zu Arbeit und Beschäftigung zu meistern.

KIDZ ist mit seiner Geschäftsstelle und dem Vor-Ort Büro in Tiergarten-Süd verortet, leitet aber auch Projekte in anderen Stadtteilen, wie z.B. Heinrich-Heine-Viertel, Gesundbrunnen und Wedding. Wie geht das zusammen?

Die demographische und soziale Struktur in Berlin hat sich ja sehr verändert in den letzten Jahren. Und wir haben aus Tiergarten-Süd eine langjährige Erfahrung in der Umsetzung von kiezbezogenen und sozialraumorientierten Projekten für Kinder, Jugendliche und ihren Familien. In allen Quartieren leisten wir mit unseren Projekten einen Beitrag zur sozialen, kulturellen und beruflichen Integration der Anwohner.

Welche KIDZ-Projekte gibt es zur Zeit im Heinrich-Heine-Viertel und wie ist ihre Vernetzung in dem Gebiet?

Da ich in vielen Gremien der Kinder- und Jugendarbeit in Berlin-Mitte mitarbeite, sind wir auch in dem Gebiet sehr gut vernetzt. Ich kenne sehr viele Einrichtungen dort. Mit einigen, wie z.B. compass.mitte, Ottokar, den KiTas und den Grundschulen sind wir auch durch unsere tägliche Arbeit verbunden.

Das gilt übrigens auch für alle Projekte, die wir dort haben. Und das sind: an der Guthmuts-Grundschule ein Projekt zur Entwicklung und Förderung von Lernstrategien, HIK – Handwerker im Kiez und Stärken stärken für starke Mütter in Mitte.

KIDZ e.V.
Kinder- und Jugendhilfe im Dienst der Zukunft
Kluckstr. 6
10785 Berlin
Tel.:  030 / 23 00 31 16
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http://www.kidz-mitte.de/

„Wenn wir nicht gelernt hätten, immer wieder aufzustehen, wären wir eine liegende Gesellschaft“

Aufgeben gehört nicht zur Jobbeschreibung von Sibylle Weißer-Straht. Besonders nicht, wenn sie junge Menschen berät, die zu ihr in die Berufsberatung zu compass.mitte in die Jacobystraße 4 kommen.

Seit 2001 kooperiert das „Jugendberatungshaus compass.mitte“ (kurz: compass.mitte) mit dem Jugendamt Mitte. Ihr Hauptauftrag ist es, benachteiligte junge Menschen aus dem Bezirk Mitte im Alter zwischen 14 und 27 Jahren an den Übergängen von Schule zu Ausbildung und Berufswelt zu unterstützen. An zwei Standorten in Berlin-Mitte arbeiten Frau Weißer-Straht und ihre KollegInnen.

Also gut. Ein Fallbeispiel. Denken wir uns einen hypothetischen Fall, der uns besonders verfahren erscheint. Wo viele Menschen nur müde nicken und keinen Ausweg sehen. 26-jährige Frau, keinen Schulabschluss, zwei Kinder, alleinerziehend, seit 10 Jahren in Deutschland, passable Deutschkenntnisse, aber keine Idee, was sie machen könnte.

„Die jungen Frauen, die nur Fragezeichen im Kopf haben, sind bei uns genau richtig,“ entgegnet Sibylle Weißer-Straht gelassen. „Wir lösen die Fragezeichen auf.“

Was will die junge Frau? Und wenn sie einen Schulabschluss hat, was passt für sie am besten? Wie klar ist die berufliche Orientierung? Hat sie eine Berufsausbildung? Ist die Elternzeit vorbei? Helfen ihr andere Menschen bei der Kinderbetreuung? Kann sie sich um ihre eigenen Sachen kümmern, ohne dass das familiäre Gleichgewicht in eine Schieflage gerät?

Soweit ein erstes Abtasten von Möglichkeiten, um Ideen zu entwickeln. „Und dann sage ich ihr, dass wir alle Weg, die zu gehen sind, gemeinsam gehen können,“ sagt Frau Weißer-Straht. „Unsere Begleitung kann manchmal über mehrere Jahre gehen.“

Auch der Hinweis auf die schwierige Arbeitsmarktsituation ficht sie nicht an. Und wenn die Frau Migrantin ohne Ausbildung wäre? „Da gibt es die Möglichkeit der aktivierenden beruflichen Orientierung inklusive der Schulabschlussvorbereitung. Oder die Möglichkeit über Praktika in den Arbeitsmarkt reinzukommen. Wenn sie für etwas entflammt sind, dann sind die Chancen gar nicht schlecht. Im Praktikum gibt es für alle die große Chance mit ihrem Engagement zu überzeugen.“

Und Frau Weißer-Straht verweist auf das gute Netzwerk, in dem compass.mitte arbeitet. „Unsere Begleitung ist ganzheitlich, niedrigschwellig,“ sagt sie. „Wir können die Menschen aus den verschiedensten Bereichen ansprechen.“

Wichtig ist, dass die jungen Menschen Vertrauen haben und auch dann wiederkommen, wenn sie ihren Beratungstermin verschlampt oder etwas anderes in den Sand gesetzt haben. „Mir ist es immer wichtig den Menschen zu sagen, du musst nicht alles können, du musst nur das Angebot annehmen, immer etwas zu lernen.“

Ganz ohne Eigeninitiative der jungen Menschen geht es natürlich nicht. Niemand bei compass.mitte kann zaubern. Diejenigen, die zur Beratung kommen, müssen gestellte Aufgaben bewältigen, Verantwortung übernehmen. Sich über den Weg bewusst werden, den sie beschreiten wollen und ihre Entwicklungschance erkennen. Der Erfolg kommt manchmal früher manchmal später. Und er kommt nur, wenn die jungen Frauen und Männer auch mitziehen.

„Wenn jemand das Feuer spürt und es will, dann finden wir Wege.“ Und dann kommt der Satz, mit dem Frau Weißer-Straht junge Menschen ermuntert, nicht aufzugeben, es immer wieder neu zu versuchen: „Wenn wir nicht gelernt hätten immer wieder aufzustehen, wären wir eine liegende Gesellschaft.“

Sie lacht. Na ja, ist doch wahr.

Kontakt:

compass.mitte
Jacobystraße 4
10179 Berlin
Tel: (030) 7072580
Fax: (030) 70725810
Email: info[at]compassmitte.de


„Sieh’s doch mal so!“ – Humor in allen Lebenslagen

Methoden wie Improvisation, Rollenspiel, Clownerie und Wortspiel ermöglichen eine neue Sicht auf sich selbst und auf alltägliche Situationen. Für Alleinerziehende, die über sich und ihren Humor nachdenken wollen, und offen dafür sind, sich eine Clownsnase aufzusetzen.

Mit Kati Majoros, Sozialpädagogin und Clownin
Adriana Fernandes Richter paßt auf die Kinder auf. Antje Remke begrüße die Teilnehmerinnen.

Termin: Sonnabend, 06. 11. 2010 / 14 – 17 Uhr
Kosten: 9 erm. 6 EuroMit Kinderbetreuung
Verbindliche Anmeldung bis 1.11.

Ort und Kontakt: Ort per Klick: Evas Arche
Große Hamburger Straße 28, 10115 Berlin

Süßer Brei und sanfte Hände – Wunderbare Bildung

Von Bildung ist dieser Tage viel zu lesen. Bildung um vorwärts zu kommen, es später im Leben besser zu haben, die eigenen Möglichkeiten zu erweitern. Das ist wichtig und in vielen Kursen in der Volkshochschule Mitte zu lernen.

Und dann gibt es noch Volkshochschulekurse unter dem Gesamttitel: Die Junge Familie – Kurse für Mütter und Väter. Hier geht es um Gesundheits-, Familien und Erziehungsbildung.

Der Besuch eines Volkshochschulkurses hat mehrere Vorteile. Zum einen lernt man anderen Menschen kennen, die in einer ähnlichen Situation sind. Man lernt gemeinsam und kann sich austauschen. Außerdem orientiert sich die Preisgestaltung der Volkshochschule an dem Grundgedanken, bezahlbare Bildung für alle Menschen anzubieten.

Hier einige Kurstitel, die unbedingt Lust machen:

„Märchenküche“ – da werden Märchen erzählt, Essen gekocht und Gesundheit gelernt.
„Sanfte Hände“ – diese Babymassage nach Leboyer tut Eltern und Kindern gut.
„Homoöpathische Hausapotheke“ – das Angebot, um gut durch den Winter zu kommen.

Weiter gibt es Qi-Gong und Yoga für Kinder, Treffen für Adoptiveltern, Musikalische Bewegung, Bewegungsspielt und und und…….

Wir haben die Kurse für Sie zusammengestellt, so daß Sie ganz bequem stöbern und sich dann entscheiden können.

Für Kursstart im September klicken Sie bitte hier
Selbst wenn einer gerade begonnen hat: Seien Sie nicht verzagt, rufen Sie einfach die KursleiterIn an. Sicherlich gibt es eine Möglichkeit, dass Sie noch teilnehmen können.

Für Kursstart im Oktober klicken Sie bitte hier

Für Kursstart im November klicken Sie bitte hier

Kleiner Geschichtlicher Exkurs zum Thema Volkshochschule:

Wie in so vielem, schritt Berlin-Mitte auch in der Volkshochschulbildung vielen anderen voran. Laut Wikipedia entstand die erste deutsche Volkshochschule am 13. Januar 1902 im Bürgersaal des Roten Rathauses in Berlin. Weitere entstanden in der Zeit der Weimarer Republik. Die meisten Gründungen erfolgten nach Ende des Ersten Weltkrieges 1918 mit dem Ziel, die breite Bevölkerung besser zu bilden, die zuvor von der Bildung ausgeschlossen war. Im Artikel 148 der Reichsverfassung von 1919 wurde die Förderung des Bildungswesens, einschließlich der Volkshochschulen, erstmalig gesetzlich verankert.

Doch genug der Geschichte.

Ein wenig Geographie:
Die Volkshochschule Mitte befindet sich in der Linienstraße 162 und ist mit U-Bahn, S-Bahn und Bus sehr gut zu erreichen ist.

Und Informationen:
Auskünfte und Anmeldeservice
Constanze Metzger

Raum 1,6, .Etage
VHS Linienstraße 162
10115 Berlin
Tel: 9018 3 74 27
E-Mail: metzger/@/city-vhs.de

Fachliche Beratung
Christine Bartels

Raum 1.5, .Etage
VHS Linienstraße 162
10115 Berlin
Tel: 9018 3 74 13
Email: bartels/@/city-vhs.de

Wir wünschen Ihnen wunderbare und inspirierende Stunden in der Volkshochschule Mitte. Und wenn Sie über Ihre Erfahrungen berichten möchten, dann schreiben Sie einfach einen Kommentar hier auf dem Blog.

Mütter sind ihre eigenen Expertinnen – Teilen Sie Ihr Wissen mit uns

Es gibt Mütter im Heinrich-Heine-Viertel (PLZ 10178 und 10179), die gerne arbeiten möchten. Doch was brauchen sie, um die Arbeit mit der Familie vereinbaren zu können? So genau weiß das niemand und deshalb fragen wir nach. Denn Mütter haben die besten Antworten auf diese Fragen.

Wollen Sie arbeiten oder eine Ausbildung machen?
Wenn ja: brauchen sie mehr Kinderbetreuung?
Brauchen Sie Sprachunterricht?
Brauchen Sie mehr Zeit für sich?
Was sind Ihre eigenen Vorstellungen, Wünsche und Bedarfe?

Bis Mitte Oktober möchten wir Müttern im Heinrich-Heine-Viertel – diejenigen in Partnerschaft und die Alleinerziehenden – diese Fragen stellen.

Wie funktioniert das? Wir treffen uns mit Ihnen an einem Ort Ihrer Wahl zu einer Zeit, die Sie bestimmen. Dort füllen Sie einen Fragebogen aus. Das dauert ungefähr 20 Minuten und ist völlig anonym, das heißt Sie brauchen Ihren Namen nicht zu nennen.

Die Ergebnisse veröffentlichen wir im Rahmen unseres Projektes „Starke Mütter in Mitte“ Ende des Jahres hier auf dem Blog.

Wir freuen uns darauf, Sie kennen zu lernen. Und wenn Sie andere Mütter kennen, dann geben Sie unsere Bitte weiter. So können Sie mit uns in Kontakt treten:

Regine Wosnitza
Tel : 23639903
Email : regine[at]wosnitza-berlin.de

Josefine Rieger
Tel: 0176-63107106
Josefine Rieger – j.rieger[at]kids-berlin.com

Audit heißt Prüfung – Spannende Sache besonders beim Audit „berufundfamilie®“

Seit 12 Jahren gibt es das das Audit „berufundfamilie®“. Hierbei stellen sich Unternehmen, Institutionen und Hochschulen einer Überprüfung, ob ihre Firmenpolitik familienfreundlich ist. Das heißt ob die ArbeitgeberInnen, die Arbeitsabläufe und das Arbeitsklima Verständnis für Familienverantwortung, Elternzeit und Kinderfreuden zeigen.

Inzwischen nutzen über 860 Unternehmen, Institutionen und Hochschulen dieses Audit. Jedes Jahr gibt es eine Zertifizierung.

Im Juni 2010 sind 134 Unternehmen, 124 Institutionen und 36 Hochschulen ausgezeichnet worden. Sie zählen zusammen rund 360.000 Beschäftigte und 300.000 Studierende.

162 der Arbeitgeber haben das audit zum ersten Mal durchlaufen. 132 nahmen bereits zum wiederholten Mal Teil.

Insgesamt profitieren zurzeit rund 1,3 Mio. Beschäftigte und 1 Mio. Studierende vom audit.

In der Liste vom Jahr 2010 ist zu lesen, dass 13 Unternehmen, Institutionen und Hochschulen in Berlin zertifiziert worden sind. Dazu gehören die Humboldt-Universität zu Berlin, die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen Berlin, das Bundesministerium für Familie, Senioren,Frauen und Jugend, das Studentenwerk Berlin.

Doch im Berliner Heinrich-Heine-Viertel, sprich in den PLZ-Bereichen 10178 und 10179, befindet sich kein einziges zertifiziertes Unternehmen. Hier ist also noch viel Aufklärungsbedarf von Nöten. Gleichzeitig gibt es ein großes Potenzial eine familienfreundliche Firmenpolitik einzuführen und zu verbessern. Damit wiederum steigt dann die Chance von Frauen, zu einer Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu kommen.

Wer mehr darüber über das Audit erfahren will, hier geht’s per klick zu ausführlichen Informationen.