Starke Mütter in Berlin-Mitte
Ein Projekt von K*I*D*S e.V.Archiv für Kinderbetreuung
„Sieh’s doch mal so!“ – Humor in allen Lebenslagen
Methoden wie Improvisation, Rollenspiel, Clownerie und Wortspiel ermöglichen eine neue Sicht auf sich selbst und auf alltägliche Situationen. Für Alleinerziehende, die über sich und ihren Humor nachdenken wollen, und offen dafür sind, sich eine Clownsnase aufzusetzen.
Mit Kati Majoros, Sozialpädagogin und Clownin
Adriana Fernandes Richter paßt auf die Kinder auf. Antje Remke begrüße die Teilnehmerinnen.
Termin: Sonnabend, 06. 11. 2010 / 14 – 17 Uhr
Kosten: 9 erm. 6 EuroMit Kinderbetreuung
Verbindliche Anmeldung bis 1.11.
Noch wenige Plätze frei: Meditatives Malen für Alleinerziehende
Wir malen nach Lust und Laune die vielfältigen Farben des schwindenden Sommers auf Papier, freuen uns gemeinsam an der Pracht und verabschieden uns von ihr, damit neues Wundervolles entstehen kann.
Lassen Sie sich überraschen, was Sie bei Musik und Meditation alles zu Papier bringen werden.
Mit Annett Ulonska Kizilgün, Kunsttherapeutin
Termin: Samstag, 18. September, 14 – 17 Uhr mit Kinderbetreuung
Anmeldung bis 16.9. erbeten
Elternkurs ‘Starke Eltern – starke Kinder’
Sicherlich kennt Ihr das auch: Der Familienalltag verläuft nicht so, wie wir uns das vorstellen. Was kann man da tun?Kontakt: Shia Berlin e.V.
Lesenacht für Kinder bei Shia e.V.
Kontakt: Shia Berlin e.V.
Tagesseminar ‘Der neue Partner als Konkurrent in der Liebe’
Durch einen neuen Partner können für Alleinerziehende auf einmal schwierige Fragen in Erziehung und Beziehung zum Kind auftreten.
In diesem Seminar wollen wir auf folgende Fragen genauer eingehen:
Haben Kinder von Alleinerziehenden ein besonderes Bindungsverhalten?
Wie führe ich den neuen Partner in die Familie ein?
Was kann ich tun, um die Beziehung zwischen Kindern und dem neuen Parner möglichst harmonisch zu gestalten?
Organisiert von Shia e.V.
Termin: Samstag, 9. Oktober, von 10 bis 16 Uhr
Kosten: inkl. Imbiss und Kinderbetreuung: 20 €, ermäßigt 15 €, SHIA-Mitglieder 15 €, ermäßigt 10 €
Anmeldung: bis zum 27. September 2010
Kontakt und Ort: Shia Berlin e.V.
“Alleinerziehend zu sein ist der härteste Job der Welt”
Einmal im Monat geht Antje ins Schlaraffenland. „Du kommst dorthin und sie haben Kuchen für dich gebacken,“ schwärmt sie. „Du setzt dich und bekommst Tee serviert. Es ist wie eine kleine Familienrunde.“
Antje ist 26, alleinerziehende Mutter, ihr Sohn ist 20 Monate alt und sie ist noch in Elternzeit. Das von ihr beschriebene Schlaraffenland findet sie jeden zweiten Samstag im Monat in der Großen Hamburger Straße 29 im Café Eva-Sophie
Der Name Eva-Sophie beschreibt die kontinuierliche Zusammenarbeit des Ökumenischen Frauenzentrums Evas Arche mit der Evangelischen Kirchengemeinde Sophien und der Evangelischen Familienbildung im Kirchenkreis Stadtmitte. Sie bilden ein festes Team von Mitarbeiterinnen in dieser zweistündige Oase für Alleinerziehende, so dass sich Kinder und Mütter hier eingewöhnen und gut Vertrauen aufbauen können.
Während dieser Zeit werden die ganz Kleinen Adriana anvertraut, die mit ihnen bastelt. Größere Kinder können mit der Pfarrerin auf Entdeckungstour geben, und die Mütter haben Raum für vertraute und manchmal auch sorgenvolle Gespräche mit Antje Remke vom Frauenzentrum.
Die Mütter schätzen dieses Angebot an einem Tag, an dem es sonst wenig Angebote für sie gibt. „Die Wochenenden können schrecklich sein,“ bestätigt Ela, 30 Jahre, alleinerziehende Mutter einer Tochter von 20 Monaten. „Ich kann nicht immer Radtouren machen oder Basteln. Und in dem Alter kannst du mit Kindern noch nicht so viel machen. Hier kann man zusammen essen, sich austauschen. Du kannst auch mal deinen Frust abladen.“
Kennen gelernt haben sich Antje und Ela in einer Pekip-Gruppe. Alleinerziehend sind sie von Anfang an. Mit anderen Menschen zusammen zu kommen ist für beide sehr wichtig. Ein Genuss vor nicht allzu langer Zeit war das Ausflugsangebot von Evas Arche in den Zoo von Eberswalde.
„Ich war hier in Berlin natürlich auch schon im Tierpark,“ sagt Antje. „Doch der Ausflug mit anderen war gut. Der Alltag zehrt an den Kräften und es ist leichter in einer Gruppe Zug zu fahren. Du kannst einfach mal auf Toilette gehen und die anderen passen für 5 Minuten auf dein Kind auf.“
Sonst sind Alleinerziehende oft 24 Stunden für ihre Kinder zuständig.„Ich habe mich für diese Situation entschieden, sie hat mich auch viel stärker gemacht, bewusster,“ fährt Antje fort. „Ich gehe mit ihm zum Sport, hab ein Seminar zu gesunder Ernährung gemacht, alles mögliche. Ich habe mich keinen einzigen Tag gelangweilt. Doch manchmal fühle ich mich allein und dann brauche ich den Austausch.“
Und obwohl auch Ela sich dafür entschied, in den ersten anderthalb Jahren ganz für ihre Tochter da zu sein, möchte sie die verschiedenen Mütter- und Elterntreffs in ihrem leben nicht missen. „Im ersten Jahr habe ich den Grundbaustein zwischen meiner Tochter und mir gelegt, und weil ich zuerst nur für sie da war, hat sie gemerkt, dass ihre Mama ihr Halt ist,“ sagt sie. „Doch es war auch wichtig, Sachen mit anderen gemeinsam zu machen, so dass sie lernen konnte, dass wir Individuen sind. Außerdem wäre ich ohne diese Einrichtungen viel öfter allein gewesen. Einsamkeit ist das schlimmste, was einer Alleinerziehenden passieren kann.“
Dabei ist für beide der Kontakt mit anderen Alleinerziehenden manchmal leichter als mit Elternpaaren. Bei Familien haben sie schnell das Gefühl zu stören oder es erinnert schmerzlich an die eigene Partnerlosigkeit. Auch fühlen sie sich von anderen alleinerziehenden Müttern direkter verstanden. „Wenn ich mit einer alleinerziehenden Mutter über schlaflose Nächte spreche, dann weiß die andere genau, wie sich das anfühlt,“ sagt Antje. „Ich kann von alleinerziehenden Mütter auch leichter Hilfe annehmen, denn ich weiß, dass sie im gleichen Boot sitzen.“
Die beiden haben auch schon überlegt, ob sie eine große Wohnung zusammen beziehen, aber da müsste jede auch ihren eigenen Bereich haben. Unterstützung und Großfamilienflair sind da ihre Sehnsuchtsgedanken. „Wenn es mir schlecht geht und Ela bringt mir einen Topf Suppe, der drei Tage hält, sieht die Welt gleich wieder besser aus,“ sagt Antje.
Außerdem hätten sie zwei Fragen geklärt, über die sie oft sprechen: Betreuung der Kinder und Flexibilität. „Früher habe ich gedacht, das ist doch kein Ding, man gibt das Kind einfach ab,“ sagt Ela. „Doch jetzt sehe ich es ganz anders und brauche ganz viel Vertrauen in die Betreuungsperson. Bisher habe ich mich nie länger als drei Stunden weggetraut.“
Außerdem lässt die notwendige langfristige Planung keine Spontaneität zu. „Wir haben auch schon versucht, privat eine Unterstützungszirkel aufzuziehen,“ sagt Ela. „Doch das ist richtig kompliziert. Erst sagen alle ja und wenn es dann drauf ankommt, ist auf einmal niemand da.“
Doch die beiden schmieden weiter Pläne. „Wir wollen es uns zur Routine machen, ein Mal im Monat jemanden als Babysitter zu finden und dann auszugehen,“ erklärt Ela. „Ich will mal wieder Frau sein und nicht immer nur Mutter.“
Einen Abend im Monat für ihr eigenes Vergnügen ist ein Wunsch. Wichtiger ist den beiden die Rückkehr in das Berufsleben und sie beginnen jetzt mit den Bewerbungen. Ela möchte aufgrund der geregelten Arbeitszeiten im Bürobereich. Antje sucht erstmal ein Praktikum im Medienbereich, obwohl ihr klar ist, dass gerade da flexible Arbeitszeiten dort gang und gäbe sind und manchmal nur schwer mit Kindererziehung und -betreuung vereinbar.
Doch zu genau mögen sie sich nicht vorstellen, was im Berufsalltag auf sie und ihre Kinder zukommt. Dann würde sie vielleicht der Mut verlassen. „Als Alleinerziehende wird man immer danach gefragt, wie man es mit dem Kind schaffen will,“ befürchtet Antje. „Und ich habe richtig Angst was passiert, wenn ich wieder arbeiten gehe und das Kind krank wird,“ ergänzt Ela. „Alleinerziehend zu sein ist der härteste Job der Welt.“
Flexible Betreuungsmodelle
Elisabeth Küppers vom Landesvorsitzende des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) in Berlin weiß, dass Alleinerziehende sich oft zu viel Verantwortung aufbürden, Schwierigkeiten haben, Aufgaben abzugeben und sich damit permanent überfordern. Ein gut funktionierendes Netzwerk von Freunden und Familie kann helfen, die Mehrfachbelastung von Beruf, Alltag und Kind besser zu organisieren.
Doch das ist nicht alles. Erst flexiblere Betreuungsmodelle werden Alleinerziehende befähigen, ihren Alltag gut zu meistern. Lesen Sie das gesamte Interview mit Frau Küppers in der Morgenpost hier per Klick
„Das schaffen Sie!“ – Beruf+Familie auch für Alleinerziehende in Berlin-Mitte möglich.
Alleinerziehend, zwei Kinder, arbeitslos, alle Hände voll zu tun, der letzte Job nicht sehr prickelnd und jetzt schlägt das Jobcenter auch noch eine Eingliederungsmaßnahme vor! Na herzlichen Dank, wird sich da manche alleinerziehende Frau sagen, bitte nicht noch mehr Stress.
Stress will das bundesweite Projekt Gute Arbeit für Alleinerziehende (GAFA) vermeiden. GAFA ist zwar kein Zauberwort, das alle Schwierigkeiten magisch zur Seite räumt, doch die Maßnahmen sind so angelegt, dass auch alleinerziehende Frauen Beruf und Familie zu vereinbaren lernen.
In Berlin-Mitte sind drei Träger bei GAFA in zwei Projekten involviert: Goldnetz e.V. mit „abba – Aktivierung, Begleitung, Beschäftigung Alleinerziehender“ und die SOS Kinderdorf e.V./LIFE e.V. mit “Mütter an den Start”.
Wie funktioniert’s? Das Jobcenter Mitte, zum Beispiel, verschickt Briefe an alleinerziehende Mütter und schlägt ihnen vor, eine Beratung bei “Mütter an den Start – Allein erziehen – beruflich durchstarten” zu besuchen. Der Name klingt erstmal nach Leistungssport, doch am Ende der Zielgeraden der ersten Projektphase ist Projektbetreuerin Christina Lindner nun hocherfreut.
“Zum Schluss der ersten Phase sind einige Frauen gekommen und haben sich bedankt, dass wir sie so gut unterstützt haben,” erzählt sie und erinnert sich an eine Mutter, die nicht mehr in ihrem alten Arbeitsfeld einer Reinigung arbeiten wollte und sich jetzt im zweiten Modul ihren Wunsch als Pflegekraft zu arbeiten in einem Praktikum ausprobieren kann. “Viele der Frauen sehen die Maßnahme zunächst als Belastung,“ schränkt Frau Lindner ein. „Doch wir können ihnen wirklich etwas bieten.“
Beginnen tut „Mütter an den Start“ mit einem Einzelgespräch. Hierbei geht es zunächst um Fakten wie den schulischen und beruflichen Werdegang, familiäre Situation, Interessen der Alleinerziehenden. Wenn eine Frau dann mitmachen möchte, steht als erstes ein dreimonatiger Kurs an. In sechs bis acht Stunden pro Woche werden Fragen wie Erziehung, Finanzen, Alltagsmanagement besprochen. Gleichzeitig lernen sich die Kursteilnehmerinnen kennen, können Freud und Leid miteinander teilen und herausfinden, wie sie sich gegenseitig unterstützen möchten. Die Isolation zu Hause ist definitiv vorbei und der erste Schritt hinaus in die Arbeitswelt ist bewältigt.
Ein langer Weg, doch durchaus auch für Alleinerziehende zu schaffen. Zum einen, weil sie vom Start bis zum Ziel kontinuierlich Unterstützung und Hilfe erfuhren. Zum anderen aufgrund ihrer eigenen Fähigkeiten.
Gerade dieser Aspekt ist bei „abba – Aktivierung, Begleitung, Beschäftigung Alleinerziehender“ des Trägers Goldnetz e.V. von großer Bedeutung. Sie arbeiten, zum Beispiel, mit den Jobcentern in Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln zusammen.
„Müttern ist oft gar nicht genau klar, was sie können,“ sagt Projektleiterin Viktor Krowas. „Unser Ziel ist ihr Empowerment. Zum Ende der ersten Phase sollen sie sehr deutlich selber sagen können, was sie besonders gut können.“ Deshalb steht in der ersten Phase des Projektes die Kompetenzbewußtmachung und -präsentation der Teilnehmerinnen im Vordergrund.
Danach folgen weitere Module, alle in Gruppen, so dass es im Endeffekt zu einem Berufseinstieg und zur nachhaltigen Sicherung der neuen Beschäftigung kommen kann.
Wenn Sie sich also selbst für die einzelnen Projekte interessieren oder Alleinerziehende kennen, für die diese Herangehensweise des Wiedereinstiegs in Beruf oder Ausbildung von Interesse ist, können Sie sich direkt an die Träger in den verschiedenen Bezirken oder sich an die Jobcenter der jeweiligen Bezirke wenden. Hier erfahren Sie per klick, welche das im Einzelnen sind.
GAFA (Gute Arbeit für Alleinerziehende) in Berlin
Mütter an den Start – Mitte / Marzahn_Hellersdorf – eine Kooperation von LIFE e.V. und SOS-Berufsausbildungszentrum Berlin
Junge Mütter auf dem Weg – Spandau - Jugendhilfe Spandau / Berufliche Förderung
log in – Beratungs- und Fördernetz für Alleinerziehende – Pankow – eine Kooperation von casablanca und Zukunftsbau GmbH
Ania – Alleinerziehende nachhaltig in Arbeit bringen – Lichtenberg - Unique GmbH
ALFA-Netpoint – Arbeit Leben Familie Alleinerziehend – Charlottenburg_Wilmersdorf / Tempelhof_Schöneberg / Südwesten Berlin - ALFA Netpoint
KREATIVHAUS e.V.: Mütter gestalten ihren Raum
Kontakt: Geraldine Endrizzi, Dilek Mansuroglu
Ort per Klick: Kinderzentrum „Ottokar“ e.V., Schmidstraße 8, 10179 Berlin




